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So zart und so empfindlich: ein Pflege-Guide für sensible Babyhaut

Interview mit Prof.  Dr.  med. Dietrich Abeck, Dermatologe und Allergologe über die besonderen Anforderungen zarter Babyhaut.

Kaum etwas fühlt sich so weich an wie die Haut eines Neugeborenen. Deshalb sollte sie gut geschützt und gepflegt werden, denn sie ist anfällig für Irritationen, etwa im Windelbereich. Manche Säuglinge haben auch von Anfang an besonders sensible Haut. Prof. Dr.med. Dietrich Abeck, Dermatologe sowie Allergologe, und Bübchen erklären, worauf Eltern bei der Pflege achten sollten.

Woran können Eltern erkennen, dass die Haut ihres Babys sensibel ist?

Allgemein ist die Haut von Säuglingen empfindlich – sie ist dünner und durchlässiger als die von uns Erwachsenen. Die Hautbarriere ist noch nicht vollständig ausgebildet, weshalb zum Beispiel Schadstoffe und sonstige externe Reize schneller eindringen können. Darauf kann die Haut empfindlich reagieren: Es zeigen sich Irritationen, Bläschen oder kleine Pickel, die Haut ist trocken, wund und gerötet.

Oft brennen oder jucken die entsprechenden Stellen auch. Natürlich können Babys diese Symptome noch nicht beschreiben, aber aufmerksame Eltern können sie erkennen. Ist vielleicht nicht nur der Windelbereich gerötet, sondern auch andere Körperstellen? Halten die Rötungen oder wunden Stellen lange an? Dann sollte man den Kinderarzt die Haut einmal anschauen lassen.

Bedeutet sensible Haut bei Babys etwas anderes als bei Erwachsenen?

Ja, denn Babyhaut ist weich, ungeschützt und dadurch von Natur aus erst einmal sensibel. Sie ist in vielerlei Hinsicht noch nicht so weit entwickelt wie die Haut von Erwachsenen, weshalb sie auf äußere Einflüsse deutlich empfindlicher reagiert.

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Was bedeutet das genau?

Die Haut von Erwachsenen besitzt in der Regel einen vollständigen Säureschutzmantel, der die Haut entsprechend vor Bakterien und Keimen schützt. Bei Babys ist diese Funktion noch nicht ausgereift, sodass die Haut anfälliger für Störungen ist.

Deshalb sollte zum Beispiel bei der Wahl von Pflegeprodukten darauf geachtet werden, dass der natürliche Säureschutzmantel der Haut unterstützt und nicht in seiner Entwicklung gestört wird. Dies kann man zum Beispiel durch die Verwendung pH- hautneutraler Pflege- und Reinigungsprodukte sicherstellen.

Auch die Funktion der Talgdrüsen muss sich noch entwickeln. Da sie anfangs nur begrenzt arbeiten, ist der natürliche Fettfilm der Haut noch nicht aufgebaut. Und: Das Baby hat noch keine schützende Hornhaut ausgebildet, die zum Beispiel Hände und Füße vor Verletzungen schützt. Babyhaut ist zart und weich, aber dadurch eben auch viel anfälliger für Verletzungen.

Was heißt das ganz praktisch – worauf sollten Eltern im Alltag achten?

Es ist wichtig, alles zu vermeiden, was die Haut reizt. Das beginnt bei der Kleidung: Das Material sollte weich und möglichst nicht synthetisch sein, neue Kleidung sollte vor dem Tragen gewaschen werden. Häufiges, langes oder zu heißes Baden sind Fehler, die Eltern oft begehen – zwei Mal pro Woche, fünf bis zehn Minuten bei 37 °C, sind ausreichend.

Zusätzlich sollte daran gedacht werden, regelmäßig die Windel zu wechseln, um wunde Haut zu vermeiden. Auch Kleinigkeiten, wie dem Kind Speichel aus dem Gesicht zu wischen, etwa beim Zahnen, können helfen, Reizungen vorzubeugen.

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Benötigt mein Baby bei sensibler Haut eine intensivere Pflege?

Hier gilt: Weniger ist mehr. Nicht unbedingt intensivere, sondern die richtige Pflege ist entscheidend! Eltern sollten bei der Wahl der Pflegeprodukte und der Waschmittel auf die Inhaltsstoffe achten. Besonders gut geeignet sind zum Beispiel die Bübchen „ultra sensitiv“ Pflegeprodukte, die mit ihren natürlichen Ölen und körperverwandten Lipiden besonders mild zur Haut sind.

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Ist die Haut meines Babys für immer sensibel, wenn sie es einmal war?

Nein, das muss nicht zwangsläufig so sein. Sensible Haut ist eher ein Zustand oder eine Reaktion und kein Hauttyp in dem Sinne. Sowohl normale als auch trockene, fettige oder Mischhaut können sensibel reagieren. Bei Erwachsenen wissen wir heute auch, dass die Ernährung, Pflege, aber auch Stress und Umwelteinflüsse sich auf die Haut auswirken können.

Bei Babys ist, wie oben erwähnt, die Haut grundsätzlich weich und empfindlich, deshalb bedeutet es nicht, dass sie das ganze Leben sensibel bleiben muss.

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Über den Experten

Prof. Dr. med. Dietrich Abeck hat nach seinem Studium der Humanmedizin und seiner Promotion 1994 habilitiert. Seit 2003 ist er Professor für das Fachgebiet Dermatologie und Allergologie an der Technischen Universität München. Außerdem ist er seit 1987 klinisch tätig und ein Spezialist, wenn es um Hautfragen jeder Art geht.