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Die Heuschnupfen-Saison beginnt

Wie man sich als Allergiker gegen den Pollenstaub schützt und unbeschwert den Alltag meistert.

Alle Jahre wieder: Während sich viele über die Wärme, die sprießenden Blumen und die Sonne freuen, löst der Frühlingsbeginn bei rund 16 % der Bevölkerung in Deutschland Tränen aus. Fast jeder Fünfte leidet unter Heuschnupfen, einer Allergie gegen Blütenstaub. Gelingen die Pollen in Nase, Augen oder Atemwege von Betroffenen, reagiert der Körper mit einer laufenden Nase, Husten, tränenden, juckenden Augen oder einem Niesreiz. Es beginnen also schwere Zeiten für Pollen-Allergiker – laut einer Ipsos-Studie im Auftrag von Tempo (März 2017) sagen alle der Betroffenen (16 %), dass sie den Frühling und Sommer aufgrund ihrer Allergie nicht genießen können. Was die Ursache von Heuschnupfen ist und wie man sich am besten vor dem Pollenflug schützen kann, erklären Tempo und Dr. Volker Melichar, Sprecher des Allergiezentrums Erlangen und Oberarzt im Universitätsklinikum Erlangen.

Dr. Melichar, warum heißt es eigentlich Heuschnupfen und was ist die Ursache?
Der Begriff „Heuschnupfen“ stammt aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde erstmals beobachtet, dass Menschen beim Kontakt mit Gras oder Heu schnupfenartige Reaktionen zeigten. Eigentlich handelt es sich bei Heuschnupfen aber um eine Allergie gegen Pollenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide oder Kräutern. Eine Allergie ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems durch die der Körper gegen bestimmte Stoffe Antikörper produziert. Kommen Betroffene mit dem Stoff in Kontakt, verursachen die Antikörper eine Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen, die anschließend die für Heuschnupfen typischen Beschwerden verursachen. Bei besonders starkem Heuschnupfen kann der Husten sich auch zu einem allergischen Asthma entwickeln, bei dem es zur Atemnot durch die Verengung von Bronchien kommt. Andere Betroffene leiden häufig unter Bindehautentzündungen. Jeder Patient reagiert allerdings anders, da die vielen Pollen verschiedene Reaktionen in unterschiedlichen Stärken hervorrufen können.

Warum habe ich Heuschnupfen? Ist er vererbbar?
Warum genau Heuschnupfen entsteht und wie es zu der Abwehrreaktion des Körpers kommt, ist bisher nicht eindeutig erwiesen. Klar ist jedoch, dass die Art und Weise der Reaktion zum großen Teil erblich ist. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, haben auch oft Verwandte, die Allergiker oder Asthmatiker sind und sehr ähnliche Symptome vorweisen. Allerdings spielen Umwelteinflüsse ebenfalls eine große Rolle.

Ab wann sollte ich mit Heuschnupfen zum Arzt?
Das hängt vom Schweregrad der Symptome ab. Wenn ich drei Mal im Jahr niesen muss, reicht es aus, den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden. Viele Betroffene unterschätzen jedoch eine Allergie. Wenn sie unbehandelt bleibt, kann sich das Allergiemuster auch ändern – leider passiert es dann nicht selten, dass Allergien sich verschlimmern. Werden diese dann nicht behandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Ein Heuschnupfen kann sich beispielsweise in ein allergisches Asthma entwickeln, das dauerhaft unbehandelt ernsthaft die Lunge schädigen kann. Besteht also ein akuter Verdacht einer Allergie gegen Pollen, dann sollte ein Allergologe aufgesucht werden, um sich einem Allergietest zu unterziehen. So kann auch herausgefunden werden, welche Pollen genau der Auslöser der Allergie sind.

Ist Heuschnupfen heilbar? 
Heuschnupfen ist teilweise „heilbar“. Durch die sogenannte Hyposensibilisierung können wir einen großen Teil der Menschen mit Heuschnupfen von Symptomen befreien oder diese deutlich abschwächen. Dabei wird dem Betroffenen das jeweilige Pollenallergen über einen langen Zeitraum regelmäßig in schrittweise steigender Dosierung zugeführt, um ihn so gegen den Allergieauslöser „immun“ zu machen. Der Effekt dieser Therapie hängt jedoch von Allergie und Allergen ab. Bei einer reinen Gräser-Allergie ist die Erfolgswahrscheinlichkeit relativ hoch: Rund 80 bis 90 % der Patienten konnten von ihren Beschwerden befreit werden.

Hat meine Ernährung auch einen Einfluss auf die Allergie?
Sowohl, als auch. Eine besonders gesunde, ausgewogene Ernährung ist empfehlenswert, kann einen Heuschnupfen aber nicht verhindern. Andersherum kommt es bei Personen mit Heuschnupfen oft vor, dass sich Kreuzallergien gegen bestimmte Lebensmittel entwickeln. Birkenpollen-Allergiker leiden zum Beispiel häufig unter einer Unverträglichkeit von Stein- und Kernobst, das ein Kribbeln und Brennen im Mundraum verursachen kann.

Was hilft, wenn es in der Nase kribbelt und was gehört unbedingt in die Hausapotheke?
Neben der „ursächlichen“ Hyposensibilisierungs-Therapie helfen folgende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden: Zunächst sollte der Kontakt mit dem Allergen und lange Aufenthalte im Freien bestmöglich vermieden werden. Das ist jedoch beinahe unmöglich, da die Pollen sich überall in der Luft befinden und teilweise kilometerweit fliegen können. Was man also das ganze Jahr über in seiner Hausapotheke vorrätig haben sollte, sind sogenannte „Anti-Histaminika“. Das sind Anti-Allergie Tabletten, die die Symptome schwächen. Dann kommt es natürlich auch auf das Krankheitsbild an. Bei starkem Schnupfen helfen zum Beispiel Cortison-haltige Nasensprays, bei juckenden Augen können spezielle Augentropfen lindernd wirken. Bei Asthma sollten Asthma-Sprays immer dabei sein, um eine aufkommende Atemnot lindern zu können. Da die meisten Betroffenen permanent unter einer laufenden Nase leiden, ist es ratsam besonders weiche Taschentücher, wie zum Beispiel Tempo plus, dabei zu haben. Tempo plus schützt strapazierte Schnupfnasen besonders gut und verhindert schmerzhafte Reizungen der empfindlichen Haut.

Heuschnupfen bei der Arbeit? Oder das erste Date steht an? Tempo und Dr. Melichar haben wertvolle Tipps parat, mit denen trotz Heuschnupfen jede Lebenslage gemeistert werden kann. 

1. Die tägliche Pflegeroutine
Tägliches Duschen sowie häufiges Händewaschen verhindert, dass Pollen auf der Haut und im Haar bleiben und somit kontinuierlich Beschwerden verursachen. Auch die Kleidung sollte täglich gewechselt werden, wie beispielsweise direkt nach dem Feierabend, um zu verhindern, dass sich die Pollen im Haus festsetzen.

2. Der Weg ins Büro
Die Faustregel lautet laut Dr. Melichar: Möglichst wenig Kontakt zu den Allergenen herstellen. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, sollte seine Autofenster lieber geschlossen lassen und darauf achten, dass die Pollenfilter regelmäßig ausgestauscht werden. Leute, die mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, sollten sich am besten morgens zwischen 6 und 8 Uhr auf den Weg machen, denn zu dieser Zeit ist der Pollenflug in der Stadt am geringsten.

3. Ein stressiger Arbeitstag
Da viele Allergiker unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden, sollten sich Betroffene auch am Arbeitsplatz für eine pollenfreie Umgebung stark machen. Oft hilft es schon, wenn entsprechende Filter eingebaut werden oder Kollegen Rücksicht nehmen und ihre Jacken außerhalb der Büroräume aufhängen. Eine weitere nützliche Hilfe, die neben Tempo Plus auf keinem Bürotisch fehlen sollte, sind Anti-Histaminika. Dabei ist darauf zu achten, dass diese so dosiert sind, dass sie einen nicht müde oder schläfrig machen. Zusätzlich ist es ratsam, mehr Wasser als üblich zu trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. So können Pollen besser abgefangen werden.

4. Das wöchentliche Workout
Ob man ganz normal seinen regelmäßigen sportlichen Aktivitäten nachgehen kann, hängt von dem jeweiligen Krankheitsbild ab. Man sollte jedoch beachten, dass die Atmung durch den Pollenflug meist eingeschränkt ist, was natürlich eine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit hat. Neben den typischen allergischen Reaktionen kann es nämlich auch zu Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit kommen. Sportler sollten also auf ihren Körper hören und extreme Bewegungsaktivitäten gegebenenfalls einschränken und sich möglichst wenig im Freien aufhalten. Hierbei helfen Pollenwarnsysteme und Pollenflugkalender, die über Pollenflugzeiten und die aktuelle Pollenbelastung in der Luft informieren, welche auch abhängig von den Wetter- und Windverhältnissen ist.

5. Der Frühjahrsputz
Nicht nur zu Beginn der Saison ist es wichtig, dass das Haus möglichst pollenfrei bleibt. Regelmäßiges Wischen und Staubsaugen verhindern die Verbreitung von Blütenstaub im Haus und somit die Beschwerden der Allergiker. Für Staubsauger gibt es mittlerweile sogar spezielle Filter, um Pollen aus Teppichen und Polstermöbeln zu entfernen. Luftfilter sind ebenso hilfreich, um die Pollenkonzentration im Haus oder Büro gezielt zu reduzieren. Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten regelmäßig gewaschen werden. Die frisch gewaschene Wäsche darf keinesfalls draußen zum Trocknen aufgehängt werden, da sich Pollen hier schnell festsetzen.

6. Das erste Date
Um beim ersten Date auf Nummer sicher zu gehen und kein ungewolltes Desaster hervorzurufen, sollte auf ein idyllisches Picknick im Park sowie ein Spaziergang in der Natur verzichtet werden. Männer können getrost in einen schönen Blumenstrauß investieren, da er „allergiearm“ ist und normalerweise keine Gräser darin zu finden sind. Zur Sicherheit sollte man aber noch einmal mit dem Floristen sprechen. Damit sich Damen keine Sorgen um ein verlaufenes Makeup machen müssen, kann von vorne herein Kosmetik verwendet werden, die sich besonders gut für empfindliche Haut und gereizte Augen eignet. Für alle Fälle sollte man ein Anti-Histaminikum und besonders weiche Taschentücher, wie Tempo plus, immer parat haben.

7. Nächte mit Pollenflug
Für beschwerdefreie Nächte sollte darauf geachtet werden, dass das Schlafzimmer frei von Pollen ist. Deshalb ist es ratsam, die Bettwäsche regelmäßig zu wechseln und getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer abzulegen. Da Pollen auch nachts fliegen, sollten die Fenster geschlossen bleiben und erst zwischen 6 und 8 Uhr morgens zum Lüften geöffnet werden. Alternativ können sogenannte Pollenschutzvliese am Fenster angebracht werden. Es ist außerdem sehr hilfreich vor dem Schlafengehen zu duschen, weil sich Pollen auch in den Haaren und am Körper festsetzen. Zur Linderung von Beschwerden können vor der Nachtruhe Anti-Histaminika verwendet werden. Wer vor allem mit gereizten Augen zu kämpfen hat, kann nachts mit Gel gefüllte Kühlbrillen nutzen, um die geschwollenen Augenlider beruhigen.


Ein guter Begleiter für die Pollensaison ist das Tempo Plus. Es ist extra weich mit beruhigender Kamille und Aloe Vera, sodass die strapazierte Allergikernase geschont wird.


Dr. med. Volker Melichar ist Sprecher des interdisziplinären Allergiezentrums der Universitätsklinik Erlangen, in dem er seit 2002 als Arzt tätig ist. Als Spezialist für Allergologie, Kinderlungenheilkunde und Mukoviszidose im Kindesalter ist er seit 2013 Leiter des Bereichs Kinder-Pneumologie und Allergologie, sowie der Mukoviszidose-Ambulanz der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikum Erlangen.

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