© Jan Sobotka

Wild Wild Fläming

Paul Wernicke ist von klein auf vom Zauber der Wildnis fasziniert. Seine Erfahrung und sein Wissen gibt er heute an all jene weiter, die erfahren möchten, wie spannend die Natur vor unserer eigenen Haustür sein kann. 

Am Fuße des Hagelbergs inmitten des Hohen Fläming nahe Grützdorf und nicht weit von Bad Belzig entfernt liegt es: das Seminar-Camp der Wildnisschule Hoher Fläming. Hier sitzen Teilnehmende zusammen am Lagerfeuer, stärken sich beim gemeinsamen Abendessen und übernachten, wie es sich für Spurenleser:innen in spe gehört, in eigenen Zelten.

Wildnisschule Hoher Fläming: Wild Wild Fläming // HIMBEER
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„Wir veranstalten Seminare über die Natur in der Natur. Wir bieten Wochen-Camps für Kinder und Jugendliche in den Ferien, lange und kurze Wochenendkurse für Erwachsene sowie Weiterbildungen in Modulen über das ganze Jahr verteilt,“ sagt Paul Wernicke und versichert, dass es absolut ausreiche, passende Kleidung, Essgeschirr, Zelt und Schlafsack sowie ein Schnitzmesser mitzubringen. Vielleicht noch ein Sitzkissen, wer es denn brauche. 

Wildnisschule Hoher Fläming: Wild Wild Fläming // HIMBEER
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Vom Vogellaut bis Knochenschnitzen

Wenn es morgens mit dem Spurenleser auf Tour geht, ist weniger Sitzfleisch als vielmehr Beinarbeit gefragt: „Die Natur ist nicht immer gemütlich und komfortabel,“ weiß Paul Wernicke. „Es gibt so viel zu entdecken und zu erfahren, wir haben volles Programm.“ Das bequeme Bett zu Hause dürfte aber schnell vergessen sein, wenn der Vogelkenner die Sprache seiner gefiederten Freund:innen übersetzt und nachahmt. Wenn er die Kunst des Spurenlesens erläutert und an frischen Abdrücken erkennt, welches Tier (ein Wolf?) gerade den Weg der Gruppe gekreuzt hat.

Wildnisschule Hoher Fläming: Wild Wild Fläming // HIMBEER
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Weiter geht es mit dem Bauen einer Feuerstelle, dem Naturhandwerk der Holz-, Feuerstein- und Knochenbearbeitung – und natürlich dem Pilz-Kurs sowie dem Nutzen von wilden Pflanzen und Kräutern. „Es geht darum, die eigene Signatur der Landschaft zu verstehen und die Rätsel der Fauna und Flora zu lösen,“ weiß Paul Wernicke und ahmt den sehr speziellen, an ein Lachen erinnernden Laut des Grünspechts nach.

Wildnisschule Hoher Fläming: Wild Wild Fläming // HIMBEER
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Annehmen statt auswendig lernen

Neugier und Offenheit sind in der Wildnisschule gefragt. Der Fläminger Wolfsbeauftrage und gelernte Wildnis-Pädagoge Paul Wernicke betont: „Etwas auswendig zu lernen oder sich Vogelarten zu merken, spielt in meinen Kursen keine Rolle. Die Liebe zur Natur lässt sich nicht erzwingen, sondern vielmehr wahr- und annehmen. Ziel ist, sich auf die Wunder einzulassen und zusammen Spaß zu haben. Was die Teilnehmer:innen idealerweise mitnehmen, ist ein neues Bewusstsein für ihre heimische Natur und für das Leben in ihr. Das macht gesund und sicher auch glücklicher.“

Wildnisschule Hoher Fläming: Wild Wild Fläming // HIMBEER
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Das Buch der Natur hört niemals auf

Paul Wernicke schätzt den Hohen Fläming und besonders, dass „er noch nicht so überlaufen ist. Noch wichtiger ist sicherlich, dass er seine Mitte und seinen Weg gefunden hat: „Was mein Team und ich hier leisten, ist relevant. Wir arbeiten gegen die Entfremdung von der Natur und für eine neue Nähe zu unserer Umwelt. Ich bin so gerne draußen hier im Fläming unterwegs und entdecke immer Neues. Da muss ich nicht mehr groß wegfliegen oder wegfahren. Das Buch der Natur hört niemals auf. Und so lerne und lehre ich hier bestimmt für den Rest meines Lebens.“

Film ab für Paul Wernicke und weitere Gastgeber:innen aus dem Fläming: fläminger-löwen.de 

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Werbung: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Tourismusverband Fläming e.V.