bis 10.12.2021 – Die Ausstellung „Hexenglaube – Witches in Exile & Daughters of Magic“ zeigt einfühlsame Bilder der beiden Fotografinnen Johanna-Maria Fritz und Ann-Christine Woehrl von Frauen, die in Ghana als Hexen verfolgt werden und der mächtigsten Hexe Rumäniens.
Die Ausstellung Hexenglaube – Witches in Exile & Daughters of Magic“ der Galerien ARTCO und LEPI ART ist im LEPI Studio in den Spreestudios zu sehen.
Witches in Exile
Die Herausgeberin der Monografie „Witches in Exile“, Anja Pinter-Rawe, präsentiert mit der gleichnamigen Ausstellung die erste Position der LEPI ART und knüpft damit an die Tätigkeit ihrer früheren Galerie Pinter & Milch an.
Die Fotografin Ann-Christine Woehrl hat eine einfühlsame Porträtserie von Frauen aus Ghana geschaffen, die als Hexen gebrandmarkt wurden.
Die UN hat nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, welches Leid die Hexenjagden im Norden Ghanas verursachen. Frauen, die derartige Jagden überleben, können Zuflucht in sogenannten Hexendörfern finden.
Die Fotografin Woehrl hat sich auf den Weg dorthin gemacht, um die Geschichte dieser Frauen aufzuspüren und ihnen jenseits der Stigmatisierung ein Gesicht zu geben.
„Witches in Exile“ unterstützt das Hilfsprojekt „Witch-hunt Victims Empowerment Project“ (WHVEP) mit Spenden aus den Erlösen von Buch und Kunstwerken. Erzählt wird hier die Geschichte von Frauen, die, als Hexen stigmatisiert, dem Tod nur knapp entkommen sind.
Im Norden Ghanas hat Ann-Christine Woehrl Frauen getroffen, denen genau das widerfuhr. Von ihren Familien verstoßen und aus ihren Dörfern vertrieben, fanden sie Zuflucht in so genannten Hexendörfern. Mit ihrer konzeptionellen Porträtserie vor schwarzem Hintergrund zeigt die Fotografin in einer einfühlsamen Studie, wer diese Frauen sind – in all ihrer Würde und mit all ihrem Stolz.
Noch immer gehört der Glaube an Hexen vielerorts zum gesellschaftlichen Alltag. Insbesondere für Frauen geht damit häufig eine gefährliche Stigmatisierung einher, die sie zu Opfern grausamer und willkürlicher Gewalt werden lässt. Die aktuelle missio Menschenrechtsstudie sieht Betroffene in 41 Staaten der Welt als massiv gefährdet an.
Daughters of Magic
Anders in Rumänien. Mehrere Tausend Frauen üben hier den Beruf „Hexe“ aus. Sie versprechen Lösungen für emotionale und materielle Probleme, verschreiben Liebestränke und sprechen Flüche aus. Angeblich nehmen mehr als ein Drittel der Rumän:innen diese Form der Lebensberatung in Anspruch.
Die orthodoxe Kirche duldet die Praktiken, die Wissenschaft untersucht das soziale Phänomen und auf dem Markt herrscht hohe Nachfrage, auch international. Die Hexerei ermöglicht den Frauen hier ihr materielles Überleben, ja sogar Wohlstand.
ARTCO präsentiert mit „Daughters of Magic“ erstmals Arbeiten von Johanna-Maria Fritz in Berlin. Insgesamt siebenmal besuchte die Fotografin die mächtigste Hexe Rumäniens, Mihaela Minca in Bukarest.
Dort wurde sie Zeugin mysteriöser Praktiken, die in Magierdynastien wohl seit Generationen weitergegeben werden. Die poetischen Bilder von Johanna Maria Fritz zeigen selbstsichere, starke Frauen, jenseits folkloritischer Klischees.
Das Buch „Witches in Exile“
Mit 5 Prozent aus den Bucherlösen sowie 10 Prozent aus den Erlösen der Sonderedition wird WHVEP unterstützt, das Orte der Zuflucht schafft und aufklärt.
Ann-Christine Woehrl, herausgegeben von Anja Pinter-Rawe: WITCHES IN EXILE, gebunden, 104 Seiten, Kehrer Verlag Heidelberg, 08/2021, 45 Euro, bestellbar unter witches-in-exile.art/BUCH
Die Ausstellung „Witches in Exile & Daughters of Magic“
Die Ausstellung Hexenglaube will durch die Präsentation der unterschiedlichen Positionen Aufmerksamkeit schaffen und die nach wie vor hohe Relevanz, Gefahr und Macht des Themas Hexenglaube verdeutlichen. Die Ausstellung kann täglich nach Absprache besichtigt werden. (3G-Regel)
bis 10.12.2021, LEPI Studio in den Spreestudios, Köpenicker Chaussee 4, 10317 Berlin, witches-in-exile.art