© Mathias Schulze

Wald- und Wanderparadies zwischen Bach und Heide

Der Naturpark Schlaubetal entzückt schon seit langem seine Besucher:innen. Das beliebte Wandergebiet Tal Schlaube wird oftmals nicht nur als schönstes Bachtal Ostbrandenburgs, sondern auch als kleines Wanderparadies bezeichnet. Bietet sich doch perfekt für einen – gerne mehrtägigen – Familienausflug an!

Weite schöne Wälder, Wasser, Stille und Natur pur – all das und mehr findet ihr im Naturpark Schlaubetal. Hier kann die ganze Familie entspannen, die Natur erforschen und Brandenburg kulinarisch erkunden!

Ein vielfältiges Mosaik – der Naturpark Schlaubetal

Der Naturpark Schlaubetal wurde 1995 gegründet. Er befindet sich zwischen Müllrose im Norden und Peitz im Süden, zwischen Friedland im Westen und Neuzelle im Osten. Südöstlich von Berlin gelegen, erstreckt sich das Wanderparadies auf 227 Quadratkilometern zwischen Bach und Heide und bildet ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen.

Wanderer:innen bei der Schlaubebrücke
Wanderer:innen bei der Schlaubebrücke © Inka Schwand

Das Schlaubetal und weitere Bachtäler mit Laubmischwäldern, Sümpfen, Mooren, Seen und Feuchtwiesen, Heiden und Trockenrasen ermöglichen einer Artenvielzahl beste Lebensbedingungen.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Naturparks Schlaubetal ist vielfältig. Mit etwas Glück könnt ihr einheimische Tiere wie Fischotter, Weißstörche, Eisvögel, Fischadler, Steinbeißer, Moorfrösche oder Waldameisen erspähen. Auch schöne Buschwindröschen, Leberblümchen und Huflattiche verzieren den Park.

Vielen Tieren und Pflanzen bietet der Naturpark genau das, was sie brauchen, während Besucher:innen und Einheimische hier vor allem Natur pur, weite Wälder, Wasser, Stille und eine gemütliche Einkehr finden.

Das schönste Bachtal Ostbrandenburgs

Das Schlaubetal liegt im ostbrandenburgischen Heide- und Seengebiet. Die Landschaft und ihr besonderes Antlitz haben sich im Brandenburger Stadium der Weichseleiszeit entwickelt. Diese begann vor 115.000 Jahren und prägte mit dem Rückzug des Eises die Landschaft maßgeblich. Das Schmelzwasserrinnensystem der Schlaube, Oelse und Demnitz sowie die Sanderflächen bei Reichskreuz sind so entstanden.

Die Reicherskreuzer Heide und das Tal der Schlaube sind das Herzstück des Naturparks. Drei Viertel des Parks bestehen aus Waldflächen, die auch den Lauf der Schlaube begleiten. Das Tal Schlaube wird oftmals als schönstes Bachtal Ostbrandenburgs gelobt.

Die Schlaube bietet mit ihrem 27 Kilometer langen Lauf viel Abwechslung. Bei den Wirchenwiesen entsprungen, durchfließt sie den Wirchensee und verläuft wie ein Mittelgebirgsbach durch steile, bis zu 30 Meter tiefe Schluchten.

Aus den Wirchenwiesen entsprungen durchfließt die Schlaube den Wirchensee. // HIMBEER
Wirchensee © Sarah Mamerow

Sie lässt nicht nur Moore und Bäche hinter sich, sondern durchfließt auch Seen und Teiche und säumt Wiesen sowie Binnendünen. Als sanfter Wiesenbach strömt sie schließlich in den Großen und Kleinen Müllroser See, von wo aus sie in den Oder-Spree Kanal geleitet wird. Die „Alte Schlaube“, der ursprüngliche Schlaubeverlauf, wendet sich ostwärts und mündet südlich von Frankfurt in die Oder.

Das nördliche Tor zum Schlaubetal bildet das märkische Ackerbürgerstädtchen Müllrose. Von hier erstreckt sich der Naturpark Schlaubetal über 35 Kilometer nach Süden bis vor das noch aktiv betriebene Braunkohlegebiet Jänschwalde.

Mühlen, Mönche und Kloster Neuzelle

Die Geschichte der Region steht in enger Verbindung mit der des Klosters Neuzelle des Zisterzienserorden.

Ausflug zum Kloster Neuzelle in Brandenburg: Luftbild Klosteranlage // HIMBEER
Kloster Neuzelle. © Joke-Air

Die barocke Klosteranlage erfreut sich nationaler Bedeutung, sie gehört zu den wichtigsten kultur- und baugeschichtlichen Denkmalen Europas und sollte bei einem Besuch in Brandenburg definitiv besichtigt werden. Seit 2017 leben hier sogar wieder Mönche!

Ausflug zum Kloster Neuzelle in Brandenburg: Stiftskirche // HIMBEER
Kloster Neuzelle: Stiftskirche St. Marien. © Joke-Air
Ausflug zum Kloster Neuzelle in Brandenburg: Kirche // HIMBEER
Evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz, vom Klostergarten aus gesehen. © Bernd Geller

Ebenfalls charakteristisch für die Region sind die vielen alten Mühlenstandorte in den Tälern. Die ehemaligen Mühlen des Schlaube-, Oelse und Dorchetals wurden ab dem 12. Jahrhundert gegründet und erinnern daran, dass Wasserkraft eine der wichtigsten Energiequellen des Mittelalters war. Einige der ehemaligen Mühlen existieren heutzutage leider nicht mehr, andere sind beliebte, denkmalgeschützte Ausflugsstätte geworden.

Erkunden in der Reicherskreuzer Heide

Inmitten des Naturparks befindet sich die Reicherskreuzer Heide. Jahrzehntelang wurde das südliche Gebiet militärisch als Truppenübungsplatz genutzt, weswegen es bis heute touristisch kaum erschlossen ist.

Das Gebiet wurde in ein 30 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet gestaltet, um die Bildung neuen Grundwassers zu sichern und die Habitate vieler Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Die Sanderflächen, die südlich von Reicherskreuz und Henzendorf gelegen sind, bilden im August und September zur Heidekrautblüte ein violettes Farbenmeer.

Reichskreuzer Heide mit Aussichtsturm. // HIMBEER
Reichskreuzer Heide mit Aussichtsturm © Inka Schwand

Die Flächen werden zur Offenhaltung mit Schafen beweidet, an der Straße zwischen Reicherkreuz und Pinnow befindet sich der Heidelehrpfad mit Aussichtsturm. Dieser lässt sich seit 2017 munitionsgeräumt gefahrlos bewandern.

Der Findlingspark liegt auf dem Weg von Henzendorf zur Reicherkreuzer Heide. Hier können Besucher:innen auf einem spannenden Lehrpfad die geologische Entstehungs- und Menschengeschichte erkunden.

Der Findlingspark im Naturpark Schlaubetal sollte definitiv besichtigt werden! // HIMBEER
Findlingspark © Inka Schwand

Wem diese Attraktionen noch nicht genug sind, kann eine der verschiedenen Wanderrouten beschreiten, sich ein Fahrrad für die Fernradwege, ein Kanu oder Boot ausleihen.

Brandenburg genießen

Seit 21 Jahren gibt es den „SchlaubetalTeller“. Die gemeinsame Aktion wurde 2001 von der Naturparkverwaltung und einigen engagierten Gastwirt:innen ins Leben gerufen. Restaurants im Schlaubetal und in der Umgebung servieren dabei hochwertige Gerichte aus der Region unter dem Namen „SchlaubetalTeller“.

Durch die Aktion profitiert die Region mehrfach. Die Beziehungen zwischen Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz werden durch das Verwenden von regionalen Produkten enger verknüpft. Landwirt:innen können ihre Produkte auf kürzeren Wegen vermarkten und Verbraucher:innen erhalten ein frisches Stück Brandenburg auf ihren Tellern.

Den Naturpark genießen mit dem SchlaubetalTeller! // HIMBEER
© FORMWERK Eisenhüttenstadt

An 24 Orten sind SchlaubetalTeller erhältlich. Jedes Restaurant zaubert aus regionalen Zutaten von lokalen Produzent:innen seinen eigenen SchlaubetalTeller an. Eben dies macht die Tradition so spannend, denn so kann man ganz verschiedene Interpretationen Brandenburgs kennenlernen. Mit kurzen Lieferwegen, köstlichen Fisch-, Fleisch-, Wild- und alternativ vegetarischen Gerichten können der Naturpark und Brandenburg hier kulinarisch genossen werden.

Worauf wartet ihr noch? Kommt und entdeckt den Naturpark Schlaubetal. Das kleine Waldreich zwischen Bach und Heide ist nicht nur ideal zum Wandern, sondern hat auch viele Attraktionen zu bieten. Genießt den Naturpark und probiert unbedingt einen, wenn nicht sogar mehrere SchlaubetalTeller!

Tipp: Die Jugendherberge Bremsdorfer Mühle bietet auch Familienzimmer und liegt inmitten des Walds direkt an der Schlaube, den Großen Treppelsee mit Badestrand erreicht man zu Fuß.

Naturpark Schlaubetal, Siehdichum 1, 15890 Siehdichum OT Schernsdorf, schlaubetal-naturpark.de, Infoflyer unter: schlaubetal-naturpark.de

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