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Heute schon geübt? – Tipps für Eltern musizierender Kinder

Wer kennt das nicht? Nachdem im Instrumentenkarussell herausgefunden wurde, welches Instrument dem Kinde liegt, und auch der entsprechende Lehrer gefunden ist, kommt nun die tägliche Ermahnung: Hast du heute schon geübt? Adrian Kroß ist Gründer der Musikschule tomatenlang und ein Experte in dieser Frage.

Er war selbst Schüler, Musiklehrer und ist jetzt Vater zweier musizierender Söhne. Er kennt also alle drei beteiligten Perspektiven der Instrumenten-Üben-Problematik und gibt allen entnervten Eltern ein paar Tipps an die Hand.

Adrians Tipps, wie man Kinder zum Üben motiviert

1. Nennt es bloß nicht „üben“, sondern „spielen“.

2. Einfach mal den Spieß umdrehen: Heute wird NUR fünf Minuten gespielt. Das klingt nach einer machbaren Angelegenheit. Meist wird dann doch länger gespielt. Die Problematik ist nach meiner Erfahrung nach nicht das Spielen, sondern das Anfangen.

3. Trick 17: Zubettgehzeit verlängern: „Es ist zwar schon spät, aber wenn Du noch spielen willst, kannst du noch ein wenig aufbleiben.“

4. Das Instrument-Spielen als festen Termin am Tag festlegen. Am Ende muss das Üben zur festen Routine im Leben werden, so wie Hausaufgaben machen und Zähneputzen. Es ist ein Kreislauf: Wird zu Hause geübt, geht es im Unterricht besser voran. Das Kind hat Erfolgserlebnisse und die Motivation bleibt hoch.

5. Wird der feste Musikspiel-Termin nicht eingehalten, muss er eben in der Freizeit nachgeholt werden, auch (oder gerade) wenn eine Verabredung mit Freunden platzt. Wird der Termin eine Weile eingehalten, kann es auch mal eine Belohnung geben. Ich gehe dann mit meinem Sohn z. B. zu Ratzekatz.

6. Mein ganz besonderer Tipp. Setzt euch regelmäßig zu euren Kindern, wenn sie auf ihrem Instrument spielen. Ohne Handy oder eine andere Tätigkeit. Es handelt sich ja nur um fünf bis zehn Minuten Aufmerksamkeit am Tag.

7. Was unbedingt vermieden werden muss, ist, in diesen Kampf zu kommen, alle zehn Minuten zu fragen: „Hast du heute schon geübt?“

tomatenklang gibt es mittlerweile an sechs Standorten in Berlin. Das Angebot reicht von Instrumentenkarussell bis zur Digital Music Production, vom Unterricht in Akkordeon bis zum Trompetenspiel. Wer Lust hat, kann auch in den tomatenklang-Ensembles oder -Bands spielen.

Adrian Kroß // HIMBEER
Adrian Kroß © Jan Bechberger

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